Schilddrüsendiagnostik – Umfassende Abklärung in Zürich

Warum eine eigene Schilddrüsendiagnostik bei INURAD?

Schilddrüsenerkrankungen gehören zu den häufigsten endokrinologischen Erkrankungen. Knoten der Schilddrüse werden bei bis zu 50 % der Bevölkerung über 50 Jahren gefunden – die grosse Mehrheit davon ist gutartig. Die entscheidende Frage lautet: Welche Knoten brauchen Aufmerksamkeit, und welche können sicher beobachtet werden?

INURAD in Zürich bietet als eines der wenigen Zentren in Zürich die gesamte Schilddrüsendiagnostik an einem Standort – von der Erstabklärung über die Gewebeentnahme bis sogar zur minimalinvasiven Therapie. Drei Disziplinen arbeiten dabei zusammen:

  • Diagnostische Radiologie: Hochauflösender Ultraschall der Schilddrüse und Halslymphknoten, bei Bedarf Feinnadelpunktion (FNP) zur zytologischen Diagnose
  • Nuklearmedizin: Schilddrüsenszintigraphie zur Funktionsbeurteilung
  • Interventionelle Radiologie (IRZ): Thermoablation oder Embolisation von Schilddrüsenknoten als Alternative zur Operation

Schritt für Schritt: So läuft die Schilddrüsenabklärung

Schritt 1 – Ultraschall der Schilddrüse

Der hochauflösende Ultraschall ist die wichtigste Erstuntersuchung bei Schilddrüsenveränderungen. Er zeigt Grösse, Lage und Beschaffenheit der Schilddrüse und ihrer Knoten. Jeder Knoten wird nach dem international anerkannten EU-TIRADS-Klassifikationssystem beurteilt – dieses System ordnet Knoten in Risikokategorien ein und bestimmt, ob weitere Abklärungen nötig sind. Der Ultraschall ist schmerzlos, strahlungsfrei und dauert etwa 10 bis 15 Minuten.

Schritt 2 – Schilddrüsenszintigraphie (bei Bedarf)

Falls Knoten im Ultraschall auffallen, kann eine Schilddrüsenszintigraphie sinnvoll sein. Diese nuklearmedizinische Untersuchung zeigt, ob ein Knoten «heiss» (überaktiv, produziert selbstständig Schilddrüsenhormone) oder «kalt» (inaktiv) ist. Heisse Knoten sind praktisch immer gutartig, kalte Knoten erfordern manchmal eine weitere Abklärung mittels Feinnadelpunktion. Die Szintigraphie dauert insgesamt ca. 30 bis 45 Minuten und verwendet eine geringe Menge schwach radioaktives Technetium-99m.

Schritt 3 – Feinnadelpunktion (bei Bedarf)

Wenn ein Knoten im Ultraschall oder in der Szintigraphie als verdächtig eingestuft wird, kann eine Feinnadelpunktion (FNP) durchgeführt werden. Dabei wird unter Ultraschallkontrolle mit einer dünnen Nadel eine kleine Gewebeprobe aus dem Knoten entnommen. Die Zellen werden anschliessend unter dem Mikroskop beurteilt (Zytologie). Die Punktion ist in der Regel kaum schmerzhaft und dauert nur wenige Minuten. Das Ergebnis liegt typischerweise innerhalb weniger Tage vor.

Schritt 4 – Therapie (bei Bedarf): Thermoablation oder Embolisation

Wenn ein gutartiger Schilddrüsenknoten Beschwerden verursacht – zum Beispiel Druckgefühl, Schluckbeschwerden oder kosmetische Beeinträchtigung – kann er heute in vielen Fällen ohne Operation behandelt werden. Die Thermoablation (Radiofrequenz- oder Mikrowellenablation) zerstört den Knoten gezielt durch Hitze, unter Ultraschallkontrolle, in örtlicher Betäubung und ambulant. Der Knoten schrumpft in den Wochen und Monaten nach dem Eingriff deutlich.

Bei grossen heissen Knoten kann alternativ oder ergänzend eine Embolisation durchgeführt werden, bei der die Blutversorgung des Knotens gezielt unterbrochen wird.

Beide Verfahren werden bei INURAD von den interventionellen Radiologen der IRZ – Interventionelle Radiologie Zürich durchgeführt.

Wann ist eine Schilddrüsenabklärung sinnvoll?

Tastbarer Knoten am Hals oder sichtbare Vergrösserung der Schilddrüse

Zufällig entdeckter Schilddrüsenknoten (z. B. in einem CT oder MRI des Halses)

Veränderte Schilddrüsenwerte im Blut (TSH erhöht oder erniedrigt)

Schluckbeschwerden oder Druckgefühl im Halsbereich

Familiäre Vorbelastung für Schilddrüsenerkrankungen oder Schilddrüsenkrebs

Bekannte Schilddrüsenknoten zur Verlaufskontrolle

FAQ – Häufige Fragen zur Schilddrüsendiagnostik (Patienten)

In den allermeisten Fällen nein. Schilddrüsenknoten sind sehr häufig und in über 95 % der Fälle gutartig. Wichtig ist eine sorgfältige Abklärung mit Ultraschall (EU-TIRADS-Beurteilung), gegebenenfalls Szintigraphie und bei Bedarf Feinnadelpunktion. Bei INURAD erhalten Sie diese gesamte Abklärung an einem Ort.

Nein. Die meisten gutartigen Schilddrüsenknoten erfordern keine Therapie – sie werden einfach regelmässig kontrolliert. Wenn ein gutartiger Knoten Beschwerden verursacht (Druck, Schluckbeschwerden, Kosmetik), kann heute als Alternative zur Operation eine Thermoablation durchgeführt werden – ein minimalinvasives Verfahren ohne Schnitt, in örtlicher Betäubung und ambulant.

Die Thermoablation ist ein minimalinvasives Verfahren, bei dem ein gutartiger Schilddrüsenknoten unter Ultraschallkontrolle gezielt durch Hitze zerstört wird. Eine dünne Nadel wird durch die Haut in den Knoten eingeführt (ohne Schnitt), und der Knoten wird von innen erhitzt. Der Eingriff erfolgt oftmals ambulant in örtlicher Betäubung. Der Knoten schrumpft in den folgenden Wochen und Monaten deutlich.

Die Thermoablation eignet sich besonders für gutartige, symptomatische Schilddrüsenknoten, wenn eine Operation vermieden werden soll. Vorteile gegenüber der Operation: kein Schnitt am Hals, kein Narkoserisiko, ambulant durchführbar, geringeres Risiko für Nervenverletzungen, schnellere Erholung. Bei bösartigen Knoten oder sehr grossen Strumen bleibt die Operation die Standardtherapie. Die Embolisation stellt eine Alternative bei grossen Strumen dar.

Die meisten Patientinnen und Patienten beschreiben die Punktion als kaum schmerzhaft – vergleichbar mit einer Blutentnahme. Sie wird unter Ultraschallkontrolle mit einer dünnen Nadel durchgeführt und dauert nur wenige Minuten. Eine örtliche Betäubung ist in der Regel nicht nötig.

Ein «heisser» Knoten ist in der Szintigraphie überaktiv – er produziert selbstständig Schilddrüsenhormone, unabhängig von der normalen Steuerung. Heisse Knoten sind praktisch immer gutartig, können aber eine Überfunktion verursachen. Ein «kalter» Knoten ist inaktiv – er speichert den Tracer nicht. Kalte Knoten sind meistens ebenfalls gutartig, erfordern aber manchmal eine Feinnadelpunktion zur Sicherheit.

Gutartige, unauffällige Knoten (EU-TIRADS 2–3) werden in der Regel alle 12 bis 24 Monate per Ultraschall kontrolliert. Bei höhergradigen Knoten (EU-TIRADS 4–5) oder nach einer Feinnadelpunktion besprechen wir den individuellen Kontrollplan mit Ihnen.

FAQ – Häufige Fragen zur Schilddrüsendiagnostik (für Zuweisende)

Eine Szintigraphie ist indiziert bei Knoten ≥ 1 cm mit gleichzeitig erniedrigtem TSH (V. a. autonomes Adenom), bei multinodulärer Struma zur Differenzierung heisser und kalter Knoten, bei Verdacht auf Morbus Basedow (diffus vermehrte Aufnahme) und zur Abklärung einer Schilddrüsenüberfunktion (Differenzierung zwischen Autonomie und Thyreoiditis). Bei eindeutig zystischen Knoten oder soliden Knoten mit normalem oder erhöhtem TSH ist eine Szintigraphie in der Regel nicht erforderlich.

Wir klassifizieren Schilddrüsenknoten nach dem EU-TIRADS-System (European Thyroid Imaging Reporting and Data System). EU-TIRADS 2 (benigne) bis EU-TIRADS 5 (hochverdächtig) bestimmen das weitere Vorgehen: Ab EU-TIRADS 4 (≥ 15 mm) bzw. EU-TIRADS 5 (≥ 10 mm) empfehlen die Leitlinien eine Feinnadelpunktion. Der Befund enthält die EU-TIRADS-Kategorie, Knotengrösse und eine klare Empfehlung.

Thyreostatika (Thiamazol, Carbimazol, Propylthiouracil) sollten idealerweise 3–5 Tage vor der Szintigraphie pausiert werden, da sie die Traceraufnahme beeinflussen. Schilddrüsenhormone (L-Thyroxin) müssen für eine Standard-Pertechnetat-Szintigraphie nicht pausiert werden. Jodhaltiges Kontrastmittel (z. B. bei kürzlich durchgeführtem CT) kann die Szintigraphie für 4–8 Wochen verfälschen – bitte Kontrastmittelgabe auf der Zuweisung vermerken.

Wir folgen den aktuellen europäischen Leitlinien: FNP ist empfohlen bei EU-TIRADS 5 ab 10 mm, EU-TIRADS 4 ab 15 mm, EU-TIRADS 3 ab 20 mm (optional). Zusätzlich berücksichtigen wir klinische Risikofaktoren: familiäre Anamnese für Schilddrüsenkarzinom, Zustand nach Bestrahlung der Halsregion, rasches Knotenwachstum, suspekte Halslymphknoten. Das Punktat wird nach der Bethesda-Klassifikation beurteilt.

Die Thermoablation ist eine evidenzbasierte Alternative bei symptomatischen, gutartigen Schilddrüsenknoten, wenn eine Operation nicht gewünscht oder medizinisch risikoreich ist. Sie eignet sich besonders bei solitären Knoten bis ca. 4 cm mit zytologisch gesicherter Benignität und lokalen Beschwerden (Druck, Schlucken, Kosmetik). Bei Malignomverdacht, grosser multinodulärer Struma mit Retrosternalausdehnung oder Bethesda III–VI ist die Chirurgie weiterhin die Therapie der Wahl. Die Thermoablation wird bei INURAD durch die IRZ-Spezialisten durchgeführt.

Ja, eine Reablation ist bei unvollständigem Therapieansprechen oder Nachwachsen möglich. In Studien zeigen sich Volumenreduktionen von 50–80 % im ersten Jahr nach Erstablation. Verlaufskontrollen erfolgen per Ultraschall nach 3, 6 und 12 Monaten, danach jährlich.

TSH als Basiswert. Bei supprimiertem TSH: fT3, fT4, TSH-Rezeptor-Antikörper (TRAK). Bei erhöhtem TSH: fT4, TPO-Antikörper. Bei FNP-Planung: Thrombozyten und INR (bei Antikoagulation). Calcitonin nur bei V. a. medulläres Schilddrüsenkarzinom (familiäre Belastung, MEN-2-Syndrom).